Center Automotive Research

Research Results

Corona-Rabatte beflügeln E-Auto-Nachfrage

Teilweise Lieferengpässe

Fragiler Automarkt: Rabatte steigen, Elektroprämie versickert in Lieferstopps

Die neue CAR-Rabatt-Studie zeigt, dass die Nachlässe auf Neuwagen im Juli deutlich gestiegen sind. Drei Effekte machen die Steigerung aus: Zum einen die – zeitlich begrenzte – gesenkte Mehrwertsteuer: Bei Internetvermittlern haben damit im Juli die Rabatte für die 30 meistverkauften Neuwagen ein Rekordhoch von durchschnittlich 22,5 Prozent erreicht. Dies entspricht rund 6.941 Euro.

Zu zweiten sorgt – überwiegend – die staatliche Umwelt-Prämie für etwa 40 Prozent Nachlass bei vollelektrischen Pkw-Neuwagen. Zum dritten sind die Eigenzulassungen von Autobauern und Autohändlern deutlich gestiegen. Eigenzulassungen werden üblicherweise als Kurzzulassungen oder „junge Dienstwagen“ mit Rabatten von mehr als 25 Prozent verkauft werden.

Auto-Produktion nicht ausgelastet

 Die deutlich gestiegene Eigenzulassungsquote von fast 27 Prozent deutet auf nicht ausgelastete Produktionskapazitäten. Daher wird sich die steigende Rabattspirale in den nächsten Monaten eher verschärfen, da Gesamt-Europa durch die Corona-Pandemie deutlich Kaufkraft entzogen wird. Gleichzeitig steigen in Teilbereichen wie den Elektroautos die Rabatte in nicht nachvollziehbare Höhen. Mit staatlichen Prämien werden Lieferstopps und Lieferengpässe erzeugt und gleichzeitig die Rabattspirale angetrieben. Ein fast schon bizarres Bild.

→ Publikation in n-tv von 1.08.2020

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Größer, schwerer, gleicher? Normale Autos und SUVs werden sich immer ähnlicher

SUV werden Normalos

Keine Karosserievariante wächst so dynamisch wächst wie die Sporty Utility Vehicles (SUV). So erreichten etwa SUV in der Schweiz 2018 bereits einen Marktanteil von 36,4%. In Deutschland stieg der SUV-Anteil im 1. Halbjahr 2020 auf 34,1%. Gleichzeitig verschwimmt immer stärker der Unterschied zwischen dem durchschnittlichen SUV und dem Durchschnitts-Pkw.

So sind bei den Neuzulassungen die SUVs durchschnittlich vier Zentimeter breiter, drei Zentimeter länger und 159 Kilogramm schwerer als die übrige Flotte. In der Vergangenheit klafften die Werte um bis zu zehn Zentimeter in der Breite, 30 Zentimeter in der Länge und fast 600 Kilogramm Gewicht auseinander. Grundsätzlich werden die Autos aber allesamt von Jahr zu Jahr größer und schwerer.

Die größte Spreizung zwischen Durchschnitts-Pkw-Neuwagen und Durchschnitts-SUV gab es in den Jahren 2006 und 2007 mit jeweils 30 cm Längenunterschied zwischen SUV und der übrigen Neuwagenflotte. Seit dem Jahr 2007 schrumpft der Durchschnitt-SUV systematisch in der Länge. Wesentlich für die Entwicklung ist das ständig steigende Angebot an SUV im Klein- und Kompaktfahrzeugformat. Das übliche Vorurteil, SUV sind „Straßenpanzer“ hält daher den Fakten nicht stand.

→ Publikation in FOCUS Online von 21.07.2020

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Die Auto-Nation ist zur Oldtimer-Nation geworden

Besser wäre kompletter Verzicht auf Mehrwertsteuer

Die Auto-Nation ist zur Oldtimer-Nation geworden

Die Autos auf deutschen Straßen sind im Schnitt so alt wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Mit einem Durchschnittsalter von 9,6 Jahren belegt die deutsche Kfz-Flotte einen der hinteren Plätze in Westeuropa, wie eine Studie des Duisburger CAR-Instituts zeigt. Luxemburg, Großbritannien, Italien, Belgien oder Frankreich: Überall seien die Autos im Schnitt jünger, sodass nur die Bestände in Osteuropa den EU-Durchschnitt auf 10,8 Jahre heben.

Fast ein Viertel (23,4 Prozent) der Autos in Deutschland älter als 15 Jahre. Das sind mehr als elf Millionen Fahrzeuge. Ein knappes Zehntel des Gesamtbestandes ist älter als 20 Jahre und jedes 50. Fahrzeug hat mehr als 30 Jahre auf dem Buckel.

Der überalterte Fahrzeugbestand wäre ein perfekter Ausgangspunkt, um mit staatlichen Prämien Kaufimpulse auszulösen. Die Bundesregierung hat mit der  ausschließlichen Förderung von Elektro-Autos eine große Chance verpasst, mit einer Stimulierung des Automarktes die Rezession frühzeitig zu bekämpfen und einen stärkeren Rückgang des Sozialproduktes zu vermeiden.

 

Besser wäre kompletter Verzicht auf Mehrwertsteuer

Mit der Förderung von Elektro-Autos wurden 90 Prozent des Automarktes ignoriert. Zusätzlich wird mit dem Ausschluss moderner Verbrenner von der Förderung auch positive Effekte für die Umwelt verpasst worden. Zusätzlich werden durch die Absenkung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte nur sehr überschaubare Preissenkungen von 2,5 Prozent für den privaten Autokäufer erreicht. Besser wäre ein kompletter Verzicht auf die Mehrwertsteuer bei hochpreisigen Konsumartikeln.

→ Publikation in zeit.de von 12.07.2020

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Car-Rabatt-Index Juni 2020

Startschuss bei Autorabatten
im Juni

Die Corona-Krise hat den deutschen Automarkt nahezu lahmgelegt. Um den Absatz zu stimulieren, drehen Hersteller und Händler wieder stärker an den Rabattschrauben.

Ansatzpunkt der Werbung werde insbesondere die Absenkung der Mehrwertsteuer um drei Punkte seit Anfang Juli. Die erhöhten staatlichen Förderprämien für Elektroautos wirkten hingegen auf den Gesamtmarkt kaum belebend.

Hersteller und Händler nutzten die staatliche Vorgabe bei der Mehrwertsteuer, um eigene Preisnachlässe und Sonderausstattungen zu bewerben. So hätten bereits Nissan, Renault, Seat, VW und Opel angekündigt, die Mehrwertsteuer auf Verbrenner ganz „auszusetzen“.

Internetvermittler reagieren schnell

Im Juni lag der Durchschnittsrabatt bei den 30 meistverkauften Neuwagen bei 19,7%, eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahr. Die Rabatte bei den Internetvermittlern haben damit im Juni den Rabatten im deutschen Automarkt einen deutlichen Schub gegeben. Ausschlaggebend für den Anstieg der Internetrabatte war der neue Golf 8, der im Juni mit 21,8% Rabatt angeboten wurde Der Golf 8 ist nach Rückrufen und Software-Problemen schlecht im Markt gestartet. Frühzeitig sieht sich der Autobauer gezwungen mit hohen Rabatten den neuen Golf „anzuschieben“.

→ Publikation in spiegel.de von 06.07.2020

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PS-Zahl der Pkw-Neuwagen steigt in Deutschland weiter

Neuwagen im Schnitt mit 166 PS

Seit Jahrzehnten werden in Deutschland immer PS-stärkere Autos neu zugelassen.

Ein Trend, der sich auch in Pandemiezeiten fortsetzt. Der Anteil der Kleinwagen sinkt.

Der durchschnittliche Pkw-Neuwagen erreicht im vergangenen Jahr bereits 159 PS, in diesem Jahr waren die zwischen Januar und Mai zugelassenen Fahrzeuge im Schnitt sogar 166 PS stark. Zugleich sank der Anteil der Kleinwagen an den Neuzulassungen weiter von 20 auf 18 Prozent.

Wir gehen davon aus, dass auch nach der Covid-19-Pandemie die PS-Zahlen der Pkw-Neuwagen in Deutschland steigen werden. Die Antriebe werden klimafreundlicher, aber PS-stärkere Autos werden mit hoher Wahrscheinlichkeit unser Straßenbild auch in Zukunft prägen. Das lassen lange Datenreihen aus der Vergangenheit vermuten.

Selbst in Krisenzeiten wie der Rezession nach der Wiedervereinigung 1993 und der Eurokrise 2012/13 stiegen die PS-Zahlen der Neufahrzeuge. Der durchschnittliche Neuwagen in Deutschland hatte 1990 noch 92 PS, bis zur Finanzkrise 2008 wuchs die Motorleistung kontinuierlich auf 131 PS.

Die Entwicklung in Deutschland ist keine Ausnahme. So lagen die PS-Zahlen neuer Pkw lagen etwa im Jahre 2017 in der Schweiz bei 172PS, in Luxemburg bei 165 PS, in Norwegen bei 157 PS, in Schweden bei 156 PS und in Deutschland damals bei 152 PS

→ Publikation in manager-magazin.de von 29.06.2020

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Mehr Autos in Deutschland unterwegs

„Großstädter lieben Autos“

Deutschland nicht „automüde“

In den 20 größten Städten ist der Pkw-Bestand im vergangenen Jahr erneut gewachsen. Insgesamt waren 2019 in Deutschland 620.193 Autos mehr auf den Straßen (Am 1. Januar 2020 waren es 47.715.977) als im Jahr zuvor. Eine Schlange von 2.735 Kilometern. Wir rechnen auch in den nächsten Jahren noch mit weiterem Zuwachs, wenn auch langsamer angesichts der Corona-Pandemie.

Eine gerne genutzte Behauptung besagt, dass in Städten die Menschen „automüde“ sind. Auch das läßt sich nicht nachweisen, sondern es gilt eher das Gegenteil, wie die Analyse der Fahrzeugbestände in den deutschen Großstädten zeigt. 2019 war dabei kein außergewöhnliches Jahr, sondern ein typisches Trendjahr, sprich 2019 zeigt einen Effekt, der jährlich beobachtbar ist. Es scheint, also ob auch die Stadtbewohner trotz deutlich besserem ÖPNV, geringeren Parkmöglichkeiten und teils teuren Garagen das eigene Auto schätzen.

Ein Grund für die Entwicklung zum Auto ist neben wachsendem Wohlstand die Tatsache, dass die Autobauer mit neuen Produkten, wie etwa dem Auto-Abo, Autofahren noch einfacher machen. Das eigene Auto steht dann 24 Stunden vor der Tür, aber man muß nicht der Eigentümer sein, sondern bezahlt eine fixe Monatsrate: Oft ge-hypten Angebote wie Car-Sharing werden vermutlich auch in Zukunft eher Nischen bleiben.

→ Publikation in Süddeutsche Zeitung von 19.06.2020

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